Wenn in den 50er Jahren jemand sagte: " Komm, wir gehen zur Emmi " , dann wusste jeder was gemeint war: Das Gasthaus zum Löwen in der damaligen Hauptstraße 72, die jetzt Hugenottenstraße heißt.

 

Über 60 Jahre ist jetzt her, dass Wilhelm Schiebel den " Löwen " von der Familie Voigt übernommen hat. Über ein halbes Jahrhundert, in dem sich viel veränderte.

 

Inhaber Udo Schiebel ist der Enkel von Wilhelm Schiebel. Sein Großvater kam nach den 2.Weltkrieg als Flüchtling aus dem Sudetenland nach Hessen.

 

Zunächst verdiente Großvater und Vater das Geld als Waldarbeiter. Dann wollte der Großvater für seinen Sohn eine Existenz aufbauen und pachtet den "alten Löwen" im Frühjahr 1954.

 

Schon ein halbes Jahr später starb der Großvater. Das Gasthaus aber lebte als Familienbetrieb weiter.

 

Großmutter und Vater waren in der Küche. Und hinter der Theke stand die Mutter: Emmi Schiebel. Sie war die Seele des Lokals.

 

Ein ganz besonderes Ereignis, an das sich noch viele ältere Friedrichsdorfer erinnern, war die Fußball-Weltmeisterschaft 1954, bei der die deutsche Mannschaft überraschend gewann. Wir waren damals eines der wenige Lokale, die einen Fernseher hatten. Um das Spiel zu sehen, standen die Leute bei uns sogar auf den Tischen.

 



 

Heute existiert das Haus, in dem der "alte Löwe" drin war, nicht mehr. An der Stelle steht ein modernes Gebäude.

 

1966 haben Emmi und Walter Schiebel das Haus in der Taunusstrasse 1 gekauft und zum Gaststättenbetrieb umgebaut.

 

 1976 wurde erweitert: Wir nahmen noch das alte Feuerwehrgerätehaus mitsamt dem Schlauchturm hinzu und stellten an die Stelle einen Anbau, mit neuen modernen Räumlichkeiten für die Gaststätte und 3 Komfort- Gästezimmer.

 

Auch im " neuen Löwen " ging es oft hoch her. Denn das Lokal war lange Zeit Friedrichsdorfer Vereinsgaststätte. Zahlreiche Familienfeste wie Hochzeiten, Geburtstage, Kommunion und Konfirmationen wurden im " Löwen " gefeiert. Und alteingesessene Friedrichsdorfer hatten hier ihren Stammtisch.

 

Wie die Geschichte weiterging:

1977 starb die Großmutter Marie, die Mutter Emmi Schiebel starb 1981,

der Vater Walter Schiebel 1993.

 

Von 1993 an hat Udo Schiebel den Betrieb alleine geführt. Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten wurde das Restaurant von 1999 an verpachtet. Das ging nur bis Ende 2005 gut. Anfang 2006 hat Udo Schiebel dann wieder beides geführt, Hotel und Restaurant.

 

Dass das Gasthaus seine Pforte für immer schließen musste, liegt nicht an rückläufigen Einnahmen oder mangelnder Auslastung der Gästebetten, im Gegenteil, die Geschäfte liefen sehr gut.

 

Private Umstände zwangen Udo Schiebel, das Haus zu verkaufen.

Am 31.August 2017 wurde der "Löwen" geschlossen.